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Nematoden-Arten

Nematoden-Arten

Pratylenchus-Arten, Ditylenchus dipsaci, Heterodera-Arten

Schadbild
Der Befall mit Nematoden tritt in der Regel nesterweise auf und äußert sich in einem reduzierten Pflanzenwuchs oder Fehlstellen von Pflanzen. Daneben können Nekrosen an den Wurzeln auftreten (Pratylenchus-Arten) oder die Wurzeln stark verkürzt bzw. ganz reduziert und die Blätter verdreht und gewellt sein (Ditylenchus dipsaci). Hingegen führt der Befall von Heterodera avenae zu vermehrter Seitenwurzelbildung, wobei ab August zunächst weiße Zysten, später braune Zysten zu beobachten sind.


Biologie der Schädlinge
Pratylenchus-Arten (Wiesenälchen) dringen in das Rindenparenchym der Wurzel ein, legen dort ihre Eier ab und verlassen es wieder. Sie wandern dann im Boden und befallen erneut Wurzeln. Innerhalb einer Vegetationsperiode können sich mehrere Gnerationen entwickeln.

Ditylenchus dipsaci (Stock- und Stängelälchen), das in Rüben die Rübenkopffäule und in Getreide (vor allem Roggen) die so genannte Stockkrankheit hervorruft, bildet mehrere biologische Rassen, die vielfach auch den Mais als Wirtspflanze befallen.

Ditylenchus dipsaci dringt über Verletzungen oder über die Stomata in die Pflanze ein. Die Eiablage und Nahrungsaufnahme erfolgt im parenchymatischen Gewebe. Bis zu 4 Generationen sind innerhalb eines Jahres möglich. Meist verlassen ältere Larven die befallenen Pflanzen und besiedeln nach einer Wanderung im Boden neue Pflanzen.

Aus den stecknadelkopfgroßen Zysten von Heterodera avenae schlüpft insbesondere im April/Mai nach der ersten Häutung das zweite Larvenstadium und befällt die Pflanzenwurzeln. Nach dem Eindringen bildet sich ein Nährzellensystem, das für die weitere Ernährung der Nematoden bis zu geschlechtsreifen Tieren unentbehrlich ist. Durch das Anschwellen der Tiere wird das Wurzelgewebe aufgerissen und das Hinterende der Tiere tritt nach außen. Bis zu 250 Eier entwickeln sich nach der Begattung im Weibchen. Ab Mitte Juni sind die zunächst weißlichen, später braunen, zitronenförmigen Zysten an den Wurzeln zu beobachten. Pro Jahr entwickelt sich nur eine Generation. Obwohl Mais durch Heterodera avenae befallen wird, kommt es durch den Maisanbau zu keinem Anstieg der Nematodenpopulation im Boden 

Merkmale der Schädlinge
Die meisten Arten sind sehr klein (0,5 - 1,5 mm), transparent und insofern nur schwer mit dem bloßen Auge zu erkennen.

Verbreitung
Nematoden kommen in der Regel auf allen Ackerstandorten vor und können je nach Fruchtfolgegestaltung und Witterungsverlauf so stark zunehmen, dass sie zu erheblichen Ernteverlusten führen.

Bedeutung
Da die meisten pflanzenparasitären Nematoden Bodenbewohner sind, benötigen sie für ihre Fortbewegung Wasser. Das ist der Grund dafür, dass in trockenen Jahren Nematodenschäden seltener anzutreffen sind.
 
Bekämpfung
Als wichtigste Maßnahme verhindert eine geregelte Fruchtfolge den Anstieg der Nematodenpopulation im Boden. Eine chemische Bekämpfung der Nematoden durch Reihen- oder Flächenbehandlung ist möglich.

Säbelbildung Mais Ditylenchus dipsaci
"Säbelbildung" bei Mais, verursacht durch Ditylenchus dipsaci (c) Dr. P. Knuth

Umfallkrankheit des Mais
Umfallkrankheit des Maises, verursacht durch das Stock- und Stängelälchen (Ditylenchus dipsaci).  Dabei knicken die Maispflanzen nicht ab, sondern fallen als ganze Pflanze um. (c) Dr. P. Knuth

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